Holz und Qualität

Die Qualität des Holzes

Bei einem meiner ersten Besuche bei den schwedischen Hausherstellern vor mehr als 20 Jahren, wollte ich wissen, wie die Qualität des Holzes kontrolliert wird. Die Antwort war einfach und daher habe ich sie mir auch gut eingeprägt:

„Wenn wir über Qualität bei Holzhäusern sprechen, dann müssen wir in den Wald gehen, denn dort fängt sie an“.

Natürlich sind Klima, Standort, Boden und der Abstand der Bäume zueinander wesentliche Elemente für die gegebene Holzqualität. Der späte Frühjahrsaustrieb und der frühe Herbst in Schweden verlangsamt das Wachstum der dortigen Nadelhölzer im Vergleich zu unseren Breiten.

Die Folge ist, eine von Anfang an geringere Feuchtigkeit als bei den Holzarten aus unseren Wälder. Dies erkennt man anhand der Jahresringe sehr gut. Je kleiner die Ringe, desto langsamer war die Wachstumsphase.

Die Trocknung des für den Bau verwendeten Holzes erfolgt in Schweden grundsätzlich in der Trockenkammer. Das Holz wird nur im Winter geschlagen. Anschliessend wird ihm in der Trockenkammer der Rest der Feuchtigkeit entzogen. Dadurch sind schwedische Holzsorten widerstandsfähiger und wesentlich härter.

Denn Holz soll mit dem Feuchtegehalt verbaut werden, der im nachträglichen Nutzungszustand normalerweise auftritt. Damit vermeidet man Schwund und die Bildung von Trocknungsrissen weitgehend. Schwedische Hölzer haben eine Restfeuchte von 12,5%. Das entspricht ungefähr dem nachträglichen Nutzungszustand und ist deutlich besser als allgemein im Holzbau üblich.

Noch in paar Informationen zur schwedischen Forstwirtschaft:

Man glaubt es kaum – in Schweden wächst mehr Wald als abgeholzt wird.
Die effiziente Forstwirtschaft und die großen Mengen, die abgeholzt werden, führen nicht zum Ende des schwedischen Waldes. Es ist tatsächlich umgekehrt. Der Wald wächst mehr als 120 Millionen Kubikmeter jährlich, aber nur 75 % des Zuwachses werden abgeholzt.

Wie kommt das? Durch die Bewirtschaftung des schwedische Waldes auf eine Art und Weise, die die Qualität und den Zuwachs begünstigt. Nach jedem Abholzen erfolgt die Aufforstung. Für jeden Baum, der gefällt wird, werden drei neue gepflanzt.

Die Maßnahmen für Zuwachs und Regeneration führen nicht nur dazu, dass es mehr Wald gibt. Dem Wald geht es deswegen auch besser – gerade, weil man alte Bäume, die Artenvielfalt und verschiedene Lebensräume fördert.